Erfahrungsbericht von Jacqueline Moroz

Jacqueline Moroz
Anwaltsstation,
01.08.2025 – 30.04.2026
OLG Schleswig / LG Lübeck
Ausbilder: RA Philip Seehusen
Aufgrund bisheriger Erfahrungen in größeren Kanzleien habe ich mich ganz bewusst für die kleine Bürogemeinschaft von Herrn Seehusen entschieden. Sie besteht aus zwei Berufsträgern und mehreren jungen Mitarbeitern.
Ich wurde herzlich in das Team aufgenommen und vom ersten Tage an als vollwertiges Mitglied in den Kanzleialltag eingebunden. Schon zum Einstieg gab ein paar spannende und ausbildungsgerechte Akten und Aufgaben.
Ich habe mir mit einer lieben Referendarskollegin einen eigenen Raum mit zwei Arbeitsplätzen und moderner Ausstattung geteilt. Ich konnte mich sowohl zum ruhigen Arbeiten zurückziehen als auch mich mit den Kollegen und Kolleginnen austauschen. Die Räumlichkeiten und die netten Gespräche sorgten für eine stetige Wohlfühlatmosphäre.
Aufgrund meines besonderen Interesses für Strafrecht erhielt ich die Gelegenheit, mich umfänglich in Fällen der Strafverteidigung, Bußgeldverfahren und Nebenklagevertretung einzubringen. Aber auch zivilrechtliche und sporadisch verwaltungsrechtliche Fälle kamen nicht zu kurz. Durch zahlreiche examens- und praxisrelevante Fragestellungen konnte ich rundum wertvolle Erkenntnisse für die Examensvorbereitung mitnehmen. Insgesamt betrachtet glich kaum ein Fall dem anderen; es war von allem was dabei.
Nebst Aktenarbeit durfte ich an vielen Mandantenterminen unterschiedlicher Art teilnehmen und mich aktiv in Gespräche einbringen. Ferner wohnte ich mehreren Gerichtsterminen vor Amts- und Landgerichten in mehreren Instanzen bei, bei denen ich in der Vor- und Nachbereitung sowie in den Unterbrechungen an der Vertretungs- bzw. Verteidigungsstrategie mitwirken konnte. Spannend waren auch Besuche der Mandantschaft in der JVA und anderer Akteure in unterschiedlichen Behörden (bspw. Hauptzollamt und Zentrale Prüfdienststelle). Bei alledem kam jedoch meine Lernzeit nicht zu kurz, auf die stets Rücksicht genommen wurde.
Herr Seehusen ist ein sehr kompetenter und praxiserfahrener Ausbilder mit lockerer und direkter Art. Er nahm sich trotz des typischen Arbeitspensums eines Rechtsanwaltes immerzu ausreichend Zeit, sich über die vorliegenden Fälle auszutauschen, Feedback zu geben und sonstige ausbildungsrelevante Inhalte zu besprechen. Besonders gut gefiel mir, dass Herr Seehusen von Anfang an auf Augenhöhe kommunizierte und den Meinungsaustausch schätzte. So hatte ich durchgehend das Gefühl, mich aktiv einbringen zu können und diverse Verfahren maßgeblich und erfolgreich beeinflusst zu haben. Da ich Herrn Seehusen bei sämtlichen Tätigkeiten begleitet habe, habe ich neben inhaltlichen Erkenntnissen auch wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag, die Vorgehensweise, Kosten- und Einkommensfragen, den Beratungs- und Kommunikationsstil, Kontakte mit „Anwaltskollegen“ und sonstige anwaltlichen Tätigkeiten erhalten.
Zudem nahm ich Herrn Caspers, der als langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter die Referendarsausbildung engagiert unterstützt, als äußerst hilfsbereit und sehr kompetent wahr, sodass er mir bei verschiedensten Sach- und Fachfragen stets ein verlässlicher Ansprechpartner war.
Außerhalb der Kernarbeit war für das leibliche Wohl stets gesorgt. Das gemeinsame Kochen mehrmals die Woche mit frischem Hofgemüse und gelegentliche Auswärtsspeisen haben für tolle Verschnaufspausen gesorgt. In toller Erinnerung wird mir auch die Weihnachtsfeier bleiben.
Nach alledem bin ich sehr dankbar für die schöne Zeit und kann ein Referendariat in der Kanzlei Seehusen wärmstens empfehlen.
