Erfahrungsbericht von Sophia Nazim (Anwaltsstation)

Sophia Nazim

Anwaltsstation,
01.04.2024 – 31.12.2024

OLG Schleswig / LG Itzehoe

Ausbilder: RA Philip Seehusen

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz für meine Anwaltsstation war es mir persönlich wichtig eine Kanzlei auswählen, die sowohl Zivilrecht als auch Strafrecht abdeckt. Während Strafrecht meine persönliche Vorliebe ist, wollte ich, in Hinblick auf das Examen, dass Zivilrecht in der Ausbildung nicht zu kurz kommt.

Bei meiner Recherche, die in erster Linie online stattfand, war ich auf die Kanzlei Seehusen gestoßen. Aufgrund der gut aufgebauten Internetpräsens hatte ich mich relativ schnell entschieden eine Bewerbung einzureichen. Nur kurze Zeit später wurde ich auch schon zu einem netten Bewerbungsgespräch eingeladen und im Zuge dessen wurde mir die Kanzlei gezeigt, sowie der Ablauf und der Inhalt der Station erklärt. Aufgrund der Gesamtumstände, die ich als vielversprechend wahrnahm, habe ich mich letztendlich auch für die Kanzlei entschieden.

Nach Ende meines Einführungslehrganges wurde ich, nebst einer anderen Referendarin, die ebenfalls zur selben Zeit ihre Anwaltsstation begann, herzlich von allen begrüßt und erstmal langsam in den Kanzleialltag integriert. Uns beiden wurden Akten zur Bearbeitung vorgelegt, bei welchen wir selbst entscheiden durften, wer welche Akte bearbeiten wollte.

Die zu bearbeitenden Akten waren gut durchmischt und deckten sowohl Zivil- als auch Strafrecht ab. Dabei wurden auch, soweit es möglich war, Wünsche berücksichtigt, wenn man ein bestimmtes Themengebiet bearbeiten wollte.

Je nachdem was gefordert war, bestand die Arbeit in der Anfertigung von Schriftsätzen, wie z.B. Schutzschriften in strafrechtlichen Verfahren oder Schriften an andere Beteiligte in zivilrechtlichen Verfahren sowie in der Durchführung von Recherchen. Es wurde einem dafür immer genug Zeit zur Bearbeitung gegeben. Während meiner Zeit in der Kanzlei wurden auch die Arbeitsplätze für die Referendare verbessert, so dass neue Computer angeschafft wurden und man an seinem eigenen Arbeitsplatz sich mit dem Kanzleiinternen Programm (RA-Micro) vertraut machen konnte.

Die Ergebnisse der zu bearbeitenden Akten wurden dann mit Herrn RA Seehusen besprochen und auch davor war man immer willkommen Fragen zu stellen.

Da ich mit einer anderen Referendarin das Büro geteilt habe, war es auch möglich sich untereinander auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen.

Der Inhalt der Akten hatte mal mehr, mal weniger Examensrelevanz. Jedoch waren selbst die nicht so examensrelevanten Akten lehrreich und eine gute Erfahrung in Hinblick auf das spätere Berufsleben.    

Neben der Bearbeitung von Akten wurde einem auch der weitere Berufsalltag eines Anwalts nähergebracht. So durfte man regelmäßig an Mandanten und Gerichtsterminen teilnehmen. Dabei saß man nicht nur still daneben, sondern durfte sich auch beteiligen. Im Falle von Mandantengesprächen wurden diese häufig Vor- und Nachbesprochen und auch während des Gesprächs durfte bzw. sollte man seine Ideen gerne einbringen.

In Gerichtsverhandlungen wurde man zudem häufig bei Unterbrechungen in die Bildung bzw. Abänderung der Verteidigungsstrategie miteinbezogen.

Aber auch Telefonaten von Herrn RA Seehusen mit verschiedensten Stellen hatte man häufig beigewohnt, um den Umgang mit bestimmten Situationen mitzuerleben.

Interessant war auch, dass Herr RA Seehusen einen immer die Besonderheiten eines selbständigen Anwaltes aufzeigte und wie dieser den Berufsalltag im Vergleich zu einem angestellten Anwalt prägt.

Neben der Arbeit in der Kanzlei kam auch die Lernzeit während der Ausbildung nicht zu kurz. Es wurde immer darauf geachtet, dass genug Zeit fürs Lernen eingeplant werden konnte und auch die Arbeitszeit dementsprechend angepasst werden konnte.

Und auch der Umgang in der Kanzlei miteinander ist positiv in Erinnerung geblieben. Aufgrund des fröhlichen und freundlichen Teams haben das tägliche gemeinsame Kochen des Mittagessens, der Besuch der KiWo und auch die Weihnachtsfeier eine schöne Erinnerung hinterlassen.

Insgesamt hatte ich eine schöne Zeit in der Kanzlei und habe mich aufgrund der positiven Erfahrung erneut für die Wahlstation hier beworben. Dementsprechend kann ich jedem, der eine Kanzlei sucht, die einem auf Augenhöhe begegnet, diese Station nur wärmstens weiterempfehlen!