Erfahrungsbericht von Jördis Harder

Jördis Harder

Anwaltsstation,
01.10.2025 – 30.06.2026

OLG Schleswig / LG Kiel

Ausbilder: RA Philip Seehusen

Für die Anwaltsstation hatte ich den Wunsch, diese in einer kleineren Kanzlei zu absolvieren, deren Schwerpunkt auf dem Strafrecht liegt, die daneben aber auch weitere Rechtsgebiete abdeckt. Auf der Suche nach einer passenden Kanzlei stieß ich auf die Kanzlei Seehusen. Kurze Zeit nach meiner Bewerbung erhielt ich eine Einladung zu einem Gespräch. Insbesondere wegen der positiven und angenehmen Atmosphäre, die ich bereits in dem Gespräch wahrnehmen konnte, entschied ich mich dafür, die Kanzlei Seehusen für die Anwaltsstation zu wählen.

Nach dem Einführungslehrgang wurde ich direkt am ersten Tag von dem Kanzleiteam freundlich empfangen und erhielt bereits erste Akten. In der Kanzlei ist ein eigenes Büro für Referendare vorhanden, das ich mir mit einer weiteren Referendarskollegin teilte. Die Arbeitsplätze sind sehr modern und mit höhenverstellbaren und großen Schreibtischen ausgestattet, auf denen sich ein Rechner, ein eigenes Telefon und sämtliche notwendige Schreibmaterialien befinden. Außerdem erhielt ich einen eigenen Schlüssel für die Kanzlei, sodass insbesondere der Arbeitsbeginn flexibel gestaltet werden konnte. Hinsichtlich der Arbeitszeiten wurde sowohl auf Lernzeiten als auch auf sonstige persönliche Belange Rücksicht genommen.

Im Laufe meiner Zeit in der Anwaltsstation erhielt ich vorwiegend Akten aus dem Bereich des Strafrechts und des allgemeinen Zivilrechts (insb. Verkehrsunfälle und Schadensregulierung). Die Bearbeitung der Akten bestand insbesondere in der Erstellung von Stellungnahmen an das Gericht oder die Staatsanwaltschaft, Klageschriften sowie Anspruchsschreiben. Zudem umfasste sie Rechercheaufgaben und die Erstellung von Vermerken zu dem Akteninhalt oder bestimmten Aspekten des Mandats. Sofern bei der Bearbeitung Fragen aufkamen, wurden diese von Herrn Seehusen und dessen Mitarbeiter Herrn Caspers stets umfassend beantwortet. Zudem gab es einige Mandate, an denen gemeinsam gearbeitet wurde. Dabei war auch die eigene rechtliche Einschätzung der Angelegenheit gewünscht und auch andere Meinungen waren willkommen.

Daneben begleitete ich Herrn Seehusen zu mehreren Gerichtsverhandlungen und weiteren Außenterminen beim Hauptzollamt, in einem Sachverständigenbüro und in der JVA. Auch an Mandantengesprächen konnte ich – sofern der Mandant damit einverstanden war – teilnehmen. Bei diesen wurde mir auch die Gelegenheit gegeben, eigene Fragen an die Mandantschaft zu stellen. Sowohl Gerichtsverhandlungen als auch Mandantengespräche wurden stets vor- und nachbesprochen. Herr Seehusen nahm sich ebenfalls Zeit dafür, die Besonderheiten der Selbständigkeit als Anwalt zu besprechen. Dadurch wurde mir ein sehr umfassender Einblick in die anwaltliche Tätigkeit ermöglicht.

Im Laufe meiner Zeit fand sowohl eine Weihnachtsfeier als auch ein gemeinsamer Besuch bei der Kieler Woche statt. Zudem fand nahezu täglich eine gemeinsame Mittagspause statt, in der wir gemeinsam kochten.

Insgesamt empfand ich meine Zeit in der Kanzlei Seehusen als sehr schön und lehrreich und kann die Kanzlei für die Anwaltsstation wärmstens insbesondere für diejenigen empfehlen, die nicht nur im „Back-Office“ arbeiten möchten, sondern auch den Kontakt zu Mandanten und weiteren Stellen – persönlich oder telefonisch – erfahren wollen. Besonders positiv bleiben mir die Vielfältigkeit der Aufgaben, die angenehme und lockere Arbeitsatmosphäre sowie der Umgang miteinander, der stets auf Augenhöhe stattfand, in Erinnerung.