Erfahrungsbericht von Cenk Dennis Nickel

Cenk Dennis Nickel
(geteilte) Anwaltsstation,
01.01.2024 – 30.06.2024
Kammergericht Berlin
Ausbilder: RA Philip Seehusen
Für meine Anwaltsstation war mir wichtig, eine Kanzlei zu finden, in der ich nicht nur theoretische Einblicke in die anwaltliche Tätigkeit erhalte, sondern möglichst früh eigenständig arbeiten und Verantwortung übernehmen kann. Dabei bin ich auf Empfehlung auf die Kanzlei Seehusen aufmerksam geworden. Bereits im Bewerbungsgespräch hatte ich den Eindruck, dass Referendarinnen und Referendare hier als Teil des Teams verstanden und aktiv in die Mandatsarbeit eingebunden werden. Dieser Eindruck hat sich während meiner gesamten Stationszeit bestätigt.
Von Beginn an wurde ich freundlich aufgenommen und schnell in den Kanzleialltag integriert. Die Aufgaben waren abwechslungsreich und praxisnah. Neben strafrechtlichen Mandaten durfte ich auch in verkehrsrechtlichen, zivilrechtlichen, verwaltungsrechtlichen sowie steuer- und wirtschaftsstrafrechtlichen Angelegenheiten mitarbeiten. Dadurch erhielt ich einen sehr guten Einblick in unterschiedliche anwaltliche Tätigkeitsfelder.
Besonders positiv empfand ich, dass mir früh eigenständige Aufgaben übertragen wurden. Ich fertigte unter anderem Schutzschriften, Klageentwürfe, Widersprüche, Beschwerden und umfangreiche Schriftsätze an, wertete Ermittlungs- und Gerichtsakten aus und bearbeitete verschiedenste Rechtsfragen. Die Ergebnisse meiner Arbeit wurden anschließend gemeinsam besprochen. Das Feedback war stets konstruktiv und nachvollziehbar und half mir dabei, meine Arbeitsweise kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Neben der klassischen Aktenbearbeitung konnte ich regelmäßig an Mandantengesprächen teilnehmen und diese nach entsprechender Vorbereitung teilweise auch selbst führen. Gerade diese Gespräche haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, komplexe juristische Sachverhalte verständlich zu erklären und gemeinsam mit den Mandanten praktikable Lösungen zu entwickeln. Ebenso durfte ich an gerichtlichen Terminen teilnehmen und die Verfahren gemeinsam mit Herrn Seehusen vor- und nachbereiten. Dadurch konnte ich viele Zusammenhänge zwischen der schriftlichen Bearbeitung eines Mandats und dessen praktischer Umsetzung vor Gericht kennenlernen.
Die Arbeitsatmosphäre in der Kanzlei habe ich während der gesamten Station als ausgesprochen angenehm empfunden. Der Umgang miteinander war jederzeit freundlich, offen und von gegenseitigem Respekt geprägt. Fragen waren jederzeit willkommen und eigene Ideen wurden ernst genommen und diskutiert. Dadurch entstand eine Arbeitsumgebung, in der man sich fachlich und persönlich sehr gut entwickeln konnte. Besonders hervorheben möchte ich zudem die Zusammenarbeit mit Herrn Caspers, dem Mitarbeiter von Herrn Seehusen. Der regelmäßige fachliche Austausch mit ihm war für mich fachlich wie menschlich bereichernd. Durch seine große Hilfsbereitschaft, seine Praxiserfahrung und seine stets offene Art konnte ich viele wertvolle Einblicke in den Kanzleialltag gewinnen. Die Zusammenarbeit hat meine Stationsausbildung in besonderer Weise ergänzt und bereichert.
Auch die Vorbereitung auf das Zweite Staatsexamen kam nicht zu kurz. Für die Arbeitsgemeinschaften und das Lernen blieb ausreichend Zeit, sodass sich die Stationsausbildung und die Examensvorbereitung gut miteinander vereinbaren ließen.
Rückblickend war meine Anwaltsstation in der Kanzlei Seehusen eine ausgesprochen lehrreiche und abwechslungsreiche Zeit. Ich konnte nicht nur meine juristischen Kenntnisse vertiefen, sondern vor allem viel praktische Erfahrung sammeln und einen realistischen Einblick in den Berufsalltag eines Rechtsanwalts gewinnen. Wer Wert auf eine praxisnahe Ausbildung, eigenverantwortliches Arbeiten und ein kollegiales Miteinander legt, dem kann ich die Anwaltsstation in der Kanzlei Seehusen uneingeschränkt empfehlen.
